Der Lohndrusch 1920-1955

Am Ende des ersten Weltkrieges beschlossen die Gebrüder Hahn in Pier bei Düren die Gründung eines Lohndruschunternehmens. Mit Dampfmaschinen und Lokomobilen wurde für die heimische Landwirtschaft, vorwiegend für die umliegenden Landwirte aus Pattern, Pier, Inden, Altdorf, Merken, Mariaweiler und Echtz gedroschen. Der Lohndrusch war eine sehr arbeitsintensive und körperlich schwere Tätigkeit. Viele Helfer aus den jeweiligen Ortschaften unterstützten die Arbeit der Lohndrescher und wurden als Hilfskräfte benötigt.

Zur Mannschaft zählte ein Maschinist, ein Eingeber und der Binder. Der Maschinist sorgte für den nötigen Dampf mittels "Klütten", die mit dem Hammerschlag in kleinere Kohlestücke zerschlagen wurden. Sie entstammten den EBV Zechen und waren aus Steinkohle gepresst. Den Einkauf der "Klütten" übernahmen die Landwirte selbst. Für die Überfahrt hatte der Lohndruschunternehmer zu sorgen. Dem "Maschinisten" oblag auch die Kontrolle der Treibriemen und die Führung der Maschine.

Der "Eingeber" fütterte den Dreschkasten und der "Binder" führte Eisendraht an der Strohballenpresse durch den Strohballen. Die übrigen Helfer beförderten die Garben mittels Gabeln zum Dreschkasten.

Die für damalige Verhältnisse riesigen Dampfrösser zogen den Dreschkasten hinter sich her und schnaubten dröhnend mit ihren Eisenrädern durch die Ortschaften ihrem Einsatzort entgegen. Zwischendurch musste Wasser aufgetankt werden und vor dem Ort wurde durch Pfeifensignal auf sich aufmerksam gemacht, um sicher zu stellen, dass die Straße frei war und niemand, insbesondere Pferdefuhrwerke, in Bedrängnis geriet.

Kleinere, nichtselbstfahrende Maschinen wurden von Pferden gezogen. Die Toreinfahrten der Höfe waren oft nicht breit genug und die Dampfmaschinen verfügten selbstverständlich nicht über "Servolenkung", so wurden die Gefährte an den Einfahrten mittels Winden herumgezogen. Damit am Mauerwerk kein Schaden entstand waren schwere Steine neben den Hofeinfahrten aufgestellt.